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Voodoo oder genial?

Das Lautsprecherdesign nach den Theorien von Joe D’Appolito verspricht überragende Räumlichkeit in der Stereo-Musikwiedergabe und ist praktisch kaum zu realisieren. Aural Sculptures kommen dem Ideal näher als je zuvor.

Unter einer D‘Appolito-Anordnung in Lautsprecherboxen versteht man die Anordnung zweier Tieftöner senkrecht in einer Linie um einen Hochtöner herum. Bei Einhaltung bestimmter weiterer Kriterien gelingt es auf diese Weise, ein besonders stabiles Stereo-Klangbild zu erzeugen, das dem Hörer ein außergewöhnlich plastisches Hörerlebnis vermittelt.

Leider ist die physische Realisierung der theoretisch perfekten D‘Appolito-Anordnung in Lautsprecherboxen praktisch sehr schwierig:
Die übliche Übergangsfrequenzen zum Hochtöner zwischen 1.500 und 3.000 Hertz würden einen Abstand zwischen den Mittelachsen der umgebenden Tieftöner von maximal 15 bzw. 7,5 cm erfordern. Das ist mit üblichen Lautsprechertreibern konstruktiv nicht zu bewerkstelligen und führt in dieser Hinsicht immer bestenfalls zu Annäherungen.

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Das ist sicher keine Lautsprecherbox nach D'Appolito. Der Rest ist Geschmackssache.

Tatsächlich findet man in vielen hochwertigen und auch weniger hochwertigen Lautsprecherboxen die Anordnung zweier Tieftöner ober- bzw. unterhalb eines Hochtöners. Von einer „D‘Appolito-Anordnung“ kann allerdings dabei nicht die Rede sein. Dazu sind im Allgemeinen die Trennfrequenzen zu hoch bzw. die Abstände zwischen den Tieftönern teilweise absurd groß. Häufig werden die beiden Tieftöner dazu noch unterschiedlich angesteuert, z.B. indem einer der beiden Tieftöner nur zur Tiefbassverstärkung eingesetzt wird.
Auch die theoretisch korrekte Auslegung der Frequenzweiche ist – zumindest in Low-Budget-Ausführungen – auf Grund der relativ vielen erforderlichen hochwertigen Bauteile äußerst selten vorzufinden. Entsprechend enttäuschend sind die Erfahrungen vieler Hörer, die bei solchen Kombinationen fälschlicherweise mit dem D’Appolito-Prinzip in Verbindung gebracht werden.

Ganz nah dran: Aural Sculptures

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Lautsprecheranordnung in Aural Sculptures – hier im Längsschnitt durch die Frontpartie.

Während der Entwicklungsphase der Aural Sculptures ist es uns gelungen, eine vergleichsweise seltene Annäherung an eine echte D‘Appolito-Box zu erreichen. Sowohl der Bauabstand zwischen den Tieftönern als auch die Übergangsfrequenz von den identisch angesteuerten Tieftönern zum Hochtöner liegen außergewöhnlich tief. Zusammen mit den Vorteilen der Gehäuseformung und einer besonderen Frequenzweichenauslegung sorgt diese Kombination tatsächlich für eine beinahe greifbare dreidimensionale Anordnung von Musikinstrumenten und Stimmen. Noch faszinierender wirkt auf unsere Probehörer die damit offensichtlich einhergehende Minimierung von sogenannten Überdeckungseffekten. Eine Aural Sculpture lässt Dich feinste Details und Modulationen von einzelnen Musikinstrumenten oder Gesangsstimmen auch in vielstimmigen und voluminösen Klangbildern entdecken. Kein Wunder also, dass unsere Hörer im Laufe der Sessions nach immer spektakulärerem „Musikmaterial“ rufen…